Die Wandermuschel – der invasive Cousin der Teichmuschel
Nicht alle Muscheln in dänischen Seen und Wasserläufen sind gleichermaßen willkommen. Die Wandermuschel ist eine der Arten, die am häufigsten genannt werden, wenn es um invasive Arten in der dänischen Natur geht – und sie wird oft mit unserer heimischen Teichmuschel verwechselt. Hier erfahren Sie den Unterschied, die Geschichte und warum es für Ihren Gartenteich wichtig ist.
Was ist eine Wandermuschel?
Die Wandermuschel (Dreissena polymorpha) ist am besten an ihren charakteristischen Zickzack-Streifen zu erkennen, die ihr auch den englischen Namen „Zebra Muschel“ eingebracht haben. Sie wird typischerweise zwischen 2 und 5 Zentimeter lang und ist im Vergleich zu Teichmuscheln und Malermuscheln relativ klein. Sie unterscheidet sich biologisch von allen anderen dänischen Süßwassermuscheln in einem wichtigen Punkt: Sie ist die einzige Süßwassermuschel in Dänemark, die sich mithilfe sogenannter Byssusfäden an harten Oberflächen wie Steinen, Pfählen, Booten und Rohrleitungen festhalten kann.
Die Geschichte in Dänemark
Die Wandermuschel stammt ursprünglich aus dem Gebiet um das Kaspische Meer, den Aralsee und das Schwarze Meer. Sie gelangte wahrscheinlich in den 1840er Jahren über Schiffsrümpfe und Tauwerk der damaligen Handelsschiffe nach Dänemark und wurde 1843 erstmals im Land registriert. Von hier aus verbreitete sie sich über große Teile Seelands, und in jüngerer Zeit wurde sie auch in mehreren dänischen Seen und Wassersystemen gefunden, unter anderem im Gudenå-System um Silkeborg, Skanderborg und Ry. Sie verbreitet sich heute weiter, unter anderem über Boote, Angelausrüstung und andere Geräte, die zwischen verschiedenen Seen und Wasserläufen bewegt werden.
Warum ist sie ein Problem?
Die Wandermuschel vermehrt sich schnell und in sehr großen Mengen – eine einzelne weibliche Muschel kann mehrere tausend Larven pro Saison produzieren. Sie kann daher schnell andere, heimische Muschelarten verdrängen, indem sie Platz und Nahrungsgrundlagen im Wasser einnimmt. Da sie sich gleichzeitig an harten Oberflächen festsetzt, kann sie praktische Probleme verursachen, indem sie Rohre, Pumpen und andere Installationen in und um das Wasser verstopft. Ironischerweise filtert die Wandermuschel tatsächlich auch das Wasser und kann es klarer machen – aber das ökologische Ungleichgewicht, das sie durch die Verdrängung anderer Arten schafft, überwiegt diesen Vorteil bei weitem.
Wie verbreitet sich die Wandermuschel weiter?
Heute erfolgt die Verbreitung der Wandermuschel typischerweise dadurch, dass ihre mikroskopischen Larven oder jungen Individuen unbeabsichtigt mit Booten, Angelausrüstung, Wathosen oder anderen Geräten mitgenommen werden, wenn diese von einem Gewässer zu einem anderen transportiert werden. Dies ist einer der Gründe, warum Behörden und Anglervereine dazu aufrufen, ihre Ausrüstung gründlich zu reinigen, bevor sie sie zu einem neuen See oder Fluss mitnehmen.
Kann man die Wandermuschel bekämpfen?
Sobald sich die Wandermuschel in einem See oder Gewässersystem etabliert hat, ist sie sehr schwer vollständig auszurotten. Die Bemühungen konzentrieren sich daher typischerweise darauf, eine weitere Verbreitung einzudämmen, anstatt sie von Orten zu entfernen, an denen sie bereits etabliert ist. Dies geschieht unter anderem durch Information von Anglern, Bootsbesitzern und anderen, die sich über mehrere Gewässer hinweg bewegen, sowie durch die Beobachtung neuer Vorkommen, um schnell reagieren zu können, falls die Muschel in noch nicht betroffenen Seen und Wasserläufen auftaucht.
Der Unterschied zur Teichmuschel
Hier ist der wichtige Punkt: Die Teichmuschel (Anodonta-Arten) ist in Dänemark heimisch, setzt sich nicht an Oberflächen fest und verdrängt keine anderen Arten. Sie liegt ruhig auf dem Grund und filtert das Wasser, ohne das gleiche Ungleichgewicht zu schaffen, wie es die Wandermuschel tun kann. Die Teichmuschel ist zudem in ihrer Larvenphase in einem natürlichen Zusammenspiel mit Fischen, während die Wandermuschel typischerweise nicht die gleiche Abhängigkeit von Wirtsfischen hat. Sie können mehr darüber erfahren, was genau eine Teichmuschel ist und wie sie sich unterscheidet, hier. Wenn Sie den vollständigen Überblick über dänische Süßwassermuscheln sehen möchten, können Sie auch unseren Artikel über Süßwassermuscheln in Dänemark lesen.
Was bedeutet das für Ihren Gartenteich?
Wenn Sie Teichmuscheln für Ihren Gartenteich wählen, entscheiden Sie sich für eine heimische, natürliche Lösung – keine invasive Art, die ein Ungleichgewicht in Ihrem Wassermilieu schaffen kann. Genau deshalb ist die Teichmuschel zu einer so beliebten Alternative zu Chemie und Pumpen geworden, während die Wandermuschel ausschließlich als Problem betrachtet wird, das man in der Natur zu begrenzen versucht. Kaufen Sie Ihre Teichmuscheln bei einem seriösen Lieferanten, können Sie zudem sicher sein, dass Sie nicht versehentlich eine invasive Art in Ihren Teich einführen.
Häufig gestellte Fragen
Kann die Wandermuschel in einem gewöhnlichen Gartenteich leben? Dies ist nicht üblich, und sie sollte unter keinen Umständen bewusst eingeführt werden, da sie eine invasive Art in der dänischen Natur ist.
Sind Teichmuscheln und Wandermuscheln verwandt? Sie sind beide Süßwassermuscheln, gehören aber zu verschiedenen Familien und haben sehr unterschiedliche Lebensweisen und Ursprünge.
Wie verhindert man, die Wandermuschel versehentlich zu verbreiten? Indem man Boote, Ausrüstung und Geräte immer gründlich reinigt, bevor sie zwischen verschiedenen Seen, Flüssen und Teichen bewegt werden.
Fazit
Die Wandermuschel ist ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, den Unterschied zwischen den verschiedenen Muschelarten in der dänischen Natur zu kennen. Wenn Sie Ihrem eigenen Gartenteich stattdessen eine natürliche, verantwortungsvolle und heimische Lösung bieten möchten, können Sie unsere lebenden dänischen Teichmuscheln hier ansehen und mit einem saubereren Teich ganz ohne Chemie beginnen.